Besuch Tannenbach

Schönthal.

Welcher Schönthaler kennt den Tannenbach oder die Tannenwiese? Die Schülerinnen der dritten und vierten Klasse der Grundschule durften diesen grünen Schatz kürzlich auf einer Exkursion kennen lernen. Der Zufall wollte es so, dass Frau Monika Kerner vom LBV Cham bei der Ehrung in der Grundschule anlässlich der LBV-Sammlung von einem neu erworbenen Grundstück nahe Schönthal erzählte, durch welches ein begradigter Bach führe.

Der LBV wolle dieses Grundstück allmählich renaturieren, den Fichtenbestand minimieren, dem Bachlauf ein kurviges oder in der Fachsprache mäandrierendes Bett zurückgeben und das Gebiet auf natürliche Weise in einen Auwald umwandeln lassen. Schon war die Idee geboren, dass die Grundschule Schönthal dieses Projekt gerne langfristig begleiten möchte.

Um sich Bilder und Eindrücke vom Anfangszustand der Tannenwiese zu machen, begab sich die dritte und vierte Klasse mit ihren Lehrerinnen Frau Gabriele Rötzer und Frau Monika Drexler geführt von Herrn Markus Schmidberger, dem Leiter der LBV-Geschäftsstelle im Landkreis Cham, auf Exkursion zum Tannenbach. Nach langem Fußmarsch schon sehr neugierig geworden, hatte der Fachmann den Kindern viel Wissenswertes über das Projekt zu berichten. Zuerst erklärte er ihnen die Nachteile des begradigten Bachlaufes für die Tier- und Pflanzenwelt. Zum Erstaunen der Schüler fand man auch eine Flusskrebsschere, die als Sammelobjekt mitgenommen wurde. Herr Schmidberger weckte sodann schon Vorfreude auf den Tag, an dem die Schüler beim „Umsetzen“ der Tiere vom alten in den neuen Bachlauf behilflich sein dürfen.

Beim anschließenden Marsch durch das Gebiet erfuhren die Schüler, warum man die Fichten hier loswerden möchte und wie die Natur selbst hilft, einen Auwald entstehen zu lassen. So konnte man z. B. einen Hallimasch auf abgesägten Baumstümpfen bewundern, der mit seinem unterirdischen Myzel zu den größten und schwersten Lebewesen zählt. Neben Eschen, Schwarzerlen und Weiden hat sich hier außerdem das Indische Springkraut sehr ausgebreitet, dessen Samen den Kindern nicht nur wegen der platzenden und aufspringenden Kapseln gefiel, sondern ihnen auch noch gut schmeckte.

Am anderen Ende des Grundstückes angekommen, informierte Herr Schmidberger über das Vorhaben, den Bach beim Eintritt in das Grundstück durch Sandfänge laufen zu lassen, um ihn von ungewünschten Stoffen, wie landwirtschaftlichen Erosionseinträgen, zu reinigen. Zuletzt überraschte er die Schülerinnen und Schüler noch mit einem Grasfrosch, den er zum Bestaunen in die Runde zeigte. Mit viel Wissen und Vorfreude auf das Projekt, traten die zukünftigen Paten der Tannenwiese den Heimweg an.