„Neue Medien“ – Der richtige Umgang

Schönthal.

Birgit Zwicknagel, freie Dozentin für den sicheren Umgang mit neuen Medien und Vorsitzende des Vereins „Computermäuse Stamsried“ war kürzlich zu Gast an der Grundschule Schönthal. In eigenen, jeweils speziell zugeschnittenen Veranstaltungen wies sie Schülern wie auch Eltern die Vielfältigkeit neuer Medien und den richtigen Umgang mit ihnen auf. Die immer wichtiger werdende Notwendigkeit einer umfassenden Information darüber wurde schnell deutlich.

Gebannt lauschen die Schüler den Ausführungen zu den neuen Medien.

Das Projekt „Clever ins Netz“ startete mit einer Unterrichtseinheit für die dritte und vierte Klasse, um die Schüler und Schülerinnen für die Möglichkeiten und Gefahren des Internets zu sensibilisieren. Auf sehr verständliche, aber auch packende Art und Weise stellte Birgit Zwicknagel vor, welche Vorkehrungen man als junger „User“ treffen muss, um möglichst sicher im Netz unterwegs zu sein.

Dazu gab sie wertvolle Tipps zur Profileinrichtung, warnte vor der leichtfertigen Weitergabe von Handynummer und Fotos und riet zu allergrößter Vorsicht beim Chatten mit Unbekannten. Eine selbstgebastelte Stopp-Hand, die auf den Fingern den Satz „Das geht dich nichts an!“ präsentierte, sollte die Kinder immer an die richtige Antwort für ungewollte Fragen von Unbekannten erinnern.

„Bleib geheim!“ – ein Rat von Birgit Zwicknagel an die Kinder zum Profil im Netz.

Zwicknagel präsentierte Apps und Programme, die extra für Kinder gemacht sind, klärte über Altersbeschränkungen und gewaltverherrlichende Spiele auf und warnte die Schüler vor der Weitergabe von Kettenbriefen.

Auch das Thema Mobbing löste Betroffenheit unter den jungen Zuhörern aus und so wurden ihnen Regeln beigebracht, um Ansätze schon im Keim zu ersticken.

Die gleichen Themen griff die Referentin auch beim Elternabend einige Tage später auf. Dazu konnte Schulleiterin Gabriele Rötzer eine große Anzahl von Zuhörern, unter ihnen auch Kolleginnen und Eltern der Nachbarschule Geigant, willkommen heißen.

Birgit Zwicknagel riet den Eltern, bei allen digitalen Entscheidungen eine Brücke zum realen Leben zu schlagen. Die regelmäßige Kontrolle von Inhalten auf Handy oder Tablet der Kinder ist unumgänglich. Sie erinnerte die Eltern an ihre Aufsichtspflicht. „Der Erziehungsauftrag muss auch digital hundertprozentig erfüllt werden“. Die Aufstellung von Regeln im Umgang mit neuen Medien und gleichzeitig festgelegten Konsequenzen bei Nichteinhaltung ist dabei unumgänglich; in diesem Zusammenhang favorisierte sie einen sog. Mediennutzungsvertrag. Zudem ist es wichtig, die Einstellungen der Geräte auf „PRIVAT“ zu setzen.

Rektorin Gabriele Rötzer bedankt sich bei der „hochkarätigen Referentin“ Birgit Zwicknagel.

Sie legte den Eltern ans Herz, sich stets dafür zu interessieren, mit wem, wann und wo ihr Kind online spielt oder chattet. „Grundschulkinder haben ab 18 Uhr nichts mehr im Netz zu suchen. Lassen sie die Geräte abends/nachts abliefern.“

Kinder im Grundschulalter sollten digitale Medien weniger als eine Stunde nutzen; längere tägliche Nutzungszeiten beinhalten bereits Suchtpotenzial. Spiel- bzw. Mediensucht erkenne man an aggressiven Reaktionen bei geforderter Medieneinschränkung, dass ein Kind ohne digitale Medien nichts mehr mit sich anzufangen weiß und dass es keine sozialen Kontakte mehr pflegt.

Zum Schluss legte sie den Eltern nochmals eindringlich ans Herz, ihr Kind immer zu ermuntern, zu erzählen, darüber zu reden, was es im Netz erlebt, alles erzählen zu können, ohne Angst haben zu müssen.