Schulpatin Birgit Zwicknagel zu Gast

Schönthal.

Birgit Zwicknagel war turnusmäßig heuer wieder bei den Schülern wie auch Eltern mit Vorträgen zu Gast.

Birgit Zwicknagel, freie Dozentin für sicheren Umgang mit neuen Medien und Vorsitzende des Vereins „Computermäuse Stamsried“ war kürzlich als Schulpatin wieder zu Gast an der Grundschule Schönthal.

In eigenen, jeweils speziell zugeschnittenen Veranstaltungen, zeigte sie Eltern wie auch Schülern die Vielfältigkeit neuer Medien, den richtigen Umgang mit ihnen, aber auch eventuelle Gefahren derer auf.

In einem Infoabend für die Eltern riet Zwicknagel den Eltern wiederholt, bei allen digitalen Entscheidungen immer die Brücke zum realen Leben zu schlagen.

Unter den meistgenutzten Medien von Kindern im Grundschulalter sind immer häufiger auch solche, welche eine spätere Altersfreigabe aufweisen. Hier verwies sie unter anderem auf Smartphones, welche nicht in die Hände von Grundschulkindern gehören; „Smartphones sollten auf keinen Fall ein Kommuniongeschenk sein!“

Wann immer Eltern ihren Kindern den Umgang mit bestimmten Medien erlauben, müssen sie über diese selber bestens Bescheid wissen und auch wissen, wo die Gefahren im Umgang mit diesen liegen.

Da Kinder grundsätzlich zu viele private Daten preisgeben, ist es unumgänglich, ihnen beizubringen, mit persönlichen Daten sensibel umzugehen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Auch muss sichergestellt sein, dass die Kinder die Technik wie beispielsweise Melden, Blockieren, Screenshots etc. beherrschen. Aber auch das offene Reden über die möglichen Gefahren muss eine Selbstverständlichkeit sein. Die Eltern müssen umfassend darüber Bescheid wissen, ob ihre Kinder in Online-Spielen Kontakte zu Freunden, vor allem zu welchen Freunden haben, ob sie online oder offline spielen und besonders auch, was sie wem posten. In diesem Zusammenhang forderte sie die Eltern auf, die Geräte kindgerecht einzurichten; dies sei zudem auch sinnvoll, um die Medienzeiten „in den Griff zu bekommen“.

Birgit Zwicknagel bei den Viertklässlern.

„WhatsApp“, so Birgit Zwicknagel den derzeit überaus beliebten Messenger-Dienst ansprechend, „eskaliert gerade an den Schulen“.

WhatsApp hat eine Altersfreigabe ab 16 Jahren, ist also keine Kinderlösung. Die Eltern sind für die Einhaltung der Regeln verantwortlich, eine tägliche Prüfung der Aktivitäten ist für sie ein Muss, sie haften für ihre Kinder. Bei Auffälligkeiten oder Verstößen jeglicher Art sind sie verpflichtet, etwas zu unternehmen; „Nichtstun“, so Zwicknagel, „heißt hier, etwas billigend in Kauf zu nehmen und ist eine Straftat“.

Den großen Bereich der Online-Spiele ansprechend, forderte die Referentin auf, hier stets die Angaben der USK zu beachten. „Erkundigen Sie sich immer vorher, um was es in einem Spiel geht! Viele Spiele sind Stress fürs Gehirn! Bedenken Sie, Input ist Output!“

Als gesamte, tägliche Medienzeit wird für ein Drittklass- oder Viertklasskind eine Stunde angegeben. Für die Eltern sei es wichtig, diese bei ihren Kindern zum einen in den Griff zu bekommen, zum anderen aber auch, sie konsequent durchzuhalten. Deshalb, so wünschte sich Birgit Zwicknagel abschließend, „bieten Sie den Kindern Alternativen im ‚real life‘ und seien Sie selbst Ihrem Kind immer Vorbild!“.

Die Themen des Elternabends griff Zwicknagel auch in den Unterrichtseinheiten in der dritten und vierten Klasse tags darauf auf. In sehr verständlicher, packender und mitreißender Weise vermittelte sie den Schülerinnen und Schülern wichtige Grundlagen für ihr Unterwegssein im Netz.

Sie stellte ihnen auch Apps und Programme vor, die extra für Kinder gemacht sind, klärte über Altersbeschränkungen und gewaltverherrlichende Spiele auf, riss das Thema Mobbing an und brachte ihnen diesbezüglich Regeln bei, um Ansätze dafür schon im Keim zu ersticken.