Ausflug 3. und 4. Klasse nach Straubing

Schönthal.

Die Schüler der 4. Klasse planten zusammen mit ihrer Klassenlehrerin Monika Drexler eine Abschlussfahrt nach Straubing. Sie freuten sich, dass auch Rektorin Gabriele Rötzer mit ihrer 3. Klasse sowie Helena Weiß, die alle von gemeinsamen Aktionen her kennen, ihre Begleitung anboten.

Nach der Fahrt durch den Gäuboden ging es in Straubing zuerst über zwei Brücken und dann vorbei am mittelalterlichen Herzogsschloss. Dabei erinnerten sich die Kinder an das Schicksal von Agnes Bernauer.

Beim Schloss stärkten sich alle an einer Brotzeit, bevor sie zum ersten Ziel der Reise spazierten, dem mittelalterlichen Stadtturm in der Mitte der 600 Meter langen Marktstraße. BaId kam Frau Schlosser zur ersten der Turmführungen, denn pro Gruppe sind nur 14 Personen zugelassen.

Der 68 Meter hohe Stadtturm besitzt acht Geschosse, das zweitgrößte Ziffernblatt Deutschlands und eine seiner ältesten Glocken.

Während des Aufstiegs bewunderten die Kinder bei den Fenstern die dicken Turmmauern. Sie durften den Aufzug ausprobieren, mit dem der Türmer oder seine Frau alles, was sie benötigten, nach oben beförderten. Auf den Treppen der oberen Geschosse wurde es enger, so dass man die Köpfe einziehen musste.

Schließlich kamen alle oben in der Türmerwohnung an und staunten über die niedrigen Decken der kleinen Räume. Ohne große Erklärungen war den Kindern sofort klar, dass der Alltag des Türmers, seiner Familie und seines Gehilfen ein schwerer war.

Frau Schlosser informierte über die Aufgaben des Türmers im Mittelalter: In dieser kriegerischen Zeit musste er es sofort melden, wenn sich mehr als drei Wanderer dem Stadttor näherten. Außerdem gab er ein Signal, wenn in der Stadt ein Feuer ausbrach. Näherte sich auf der Donau ein Schiff, hisste er eine rote Fahne, damit die Zöllner rechtzeitig zur Stelle waren, um den Zoll zu kassieren. Allerdings gab es nicht nur im Mittelalter Türmer Der letzte von ihnen und seine Frau gaben erst 1930 ihren Beruf auf.

Eine weitere Ausflugsetappe war das Gäubodenmuseum, insbesondere die dortige Römerabteilung. Vor rund 2000 Jahren kamen römische Soldaten im Zuge ihrer Eroberungen auch nach Germanien. An der Stelle des heutigen Straubing gründeten sie ein Lager, ein sog. Kastell. 1950 entdeckten Bauarbeiter in einem Kupferkessel von rund 1 Meter Durchmesser einen der bedeutendsten Römerschätze Deutschlands.
Dabei handelt es sich um Reitermasken sowie Masken und Beinschienen für Pferde. Diese waren nicht für den Kampf im Krieg bestimmt, sondern für Paraden. Die Kinder staunten, da jede Reitermaske individuell gestaltet wurde und somit einzigartig ist.

Neben diesem Schatz sind weitere interessante Funde aus der Römerzeit ausgestellt, z.B. Götterstatuetten, wertvolle Schalen und ein Schatz von Silbermünzen. Doch auch die anderen Abteilungen wurden besichtigt, wobei den Schülern insbesondere der große Raum „In Baiern gefunden“ mit interaktiven Spielen Spaß machte.

Schließlich war es Zeit für das letzte Ausflugsziel, den Straubinger Tierpark. Nachdem die Kinder die Tiergehege besichtigt hatten, waren ihre Energiereserven noch lange nicht aufgebraucht, so dass sie sich lange am Abenteuerspielplatz erfreuten.

Auf der Heimfahrt meinte ein Mädchen: „So etwas können wir gerne wiederholen.“

Mit dem Wetter hatten die Ausflügler auch Glück, da erst kurz vor Cham ein Schauer niederging.